IT & Business 2015: Digitale Transformation doch (noch) analog?

IT & Business 2015: Digitale Transformation doch (noch) analog?

IT & Business 2015: Digitale Transformation doch (noch) analog?

Der Trend hält an: Digitale Transformation ist DAS Kernthema auf IT Konferenzen. Nicht zuletzt auch auf der diesjährigen IT & Business in Stuttgart. CoreCompetence hat dabei interessiert, wie Anbieter die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Mitarbeiter, Vertriebspartner und auch Endkunden im Wandel mitzunehmen.

Die 4. Industrielle Revolution steht vor der Tür

Blickt man auf die Historie der IT-Entwicklung, wird eines besonders deutlich: Die Technologie war und ist stets die Schlagader für Veränderungen. Während in den 90er Jahren sowie zu Beginn des 20. Jahrhunderts Schlagworte wie Systemvernetzung, Skalierbarkeit und Web 2.0 auf Messen und Konferenzen dominierten, wird heute über die 4. industrielle Revolution diskutiert – auch Industrie 4.0 genannt. Das „Internet of everything, everywhere and for everyone” steht im Mittelpunkt.

In der Geschäftswelt spiegelt sich dies vor allem in den Bereichen ERP, CRM, ECM und BI wider. Auf der IT & Business 2015 standen deshalb Themen wie Zentralisierung oder der einfache Zugang zu Kundendaten sowie Cloud-Lösungen und Mobile Computing im Fokus.

Business-spezifische Beratung steht hoch im Kurs

Geht man einen Schritt tiefer zeigt sich, dass Anbieter vor allem mit der Integration von IT & Business – speziell dem Zusammenspiel von Businessprozessen und IT – werben. Vereinfacht gesagt geht es um Prozessmodellierung und die entsprechende Einführung von Systemen. Dabei spielt die Business-spezifische Beratung eine wichtige Rolle. Sie stellt den Mehrwert, den Technologie zum Erreichen von Geschäftszielen beitragen muss, sicher.

In diesem Zusammenhang wird eines deutlich: Die digitale Transformation darf nicht bei Menschen aus der Verwaltung oder den anderen klassischen Geschäftsbereichen stoppen. Vielmehr muss sie die gesamte Organisation durchdringen und vor allem die so genannten „Knowledge-Worker“ sowie weitere Fachbereiche einbeziehen.

Die Firma Trovarit hat sich als unabhängiger Berater zum Beispiel darauf spezialisiert, mittelständische Firmen durch den „Dschungel von Systemen“ zu geleiten – also zunächst Anforderungen firmen- und prozessrelevant zu definieren und im Anschluss bei der Anbieterauswahl zu unterstützen. Dies u.a. mit einer „Guided Tour“ direkt auf der Messe. Diese analoge Form, den Unternehmen einen Weg aufzuzeigen und ein Anbieter Match-Making anzubieten, funktioniert gut. Gerade um Angebot und Nachfrage mit Blick auf Geschäftsziele zusammen zu bringen.

Die Trainingskonzepte zur digitalen Transformation sind alles andere als 4.0

Fragt man bei Systemanbietern nach, wie die Menschen beim Sprung von der analogen in die digitalisierte Prozess- und Businesswelt mitgenommen werden, waren die Antworten häufig ähnlich:

  • „Das überlassen wir der IT oder der Personalentwicklung“
  • „Wir trainieren hauptsächlich die Key-User“
  • „Unser Fokus liegt auf Train-the-Trainer Konzepten“
  • „Wir führen Präsenztrainings beim Kunden vor Ort durch“
  • „Wir schulen direkt in unserer Akademie“

Das klang für uns in einem digitalen Kontext ziemlich „analog“.

Wir fragten daraufhin genauer nach und wollten wissen, ob die in den Wandel involvierten Menschen auch digital trainiert werden? Nur wenige Anbieter machten deutlich, dass sie diesen Weg heute schon gehen. Wenn das der Fall ist, dann handelt es sich häufig um einfache E-Learnings oder Systemtrainings, die lediglich Informationen über das neue System zur Verfügung stellen – sich also auf die Frage „Wie könnte ich etwas im neuen System machen“ beschränken.

Man kann diese Trainingsmaßnahmen auch als „Lernen 2.0“ bezeichnen.

Fazit: Mit digitalen Trainingslösungen 4.0 Veränderungsprozesse wirksam stützen

Um die Veränderungen der digitalen Transformation bei den involvierten Menschen nachhaltig und flächendeckend zu verankern, müssen auch die Trainingsmaßnahmen am Puls der Zeit sein. Egal ob Lern-Nugget, Lern-Cluster oder eine umfassende Lern-Erlebniswelt – alle digitalen Trainings haben ein Ziel: Die Menschen für den Wandel zu begeistern und mit den passenden Kompetenzen auszustatten.

Die wichtigsten Fragen, die eine digitale Trainingsmaßnahme beantwortet, sind:

  • Warum wird das neue System implementiert?
  • Was verändert sich genau?
  • Welche Vorteile entstehen dadurch?
  • Wie wende ich das System konkret auf Use-Cases an?

Das Unternehmen OTIS ist diesen Weg bei der Einführung von Tablet-PCs bei 1.200 Servicetechnikern im Außendienst gegangen. Mit Erfolg.

Wir sind davon überzeugt, dass eine erfolgreiche digitale Transformation innerhalb der gesamten Organisation auch digital trainiert werden sollte, um hunderte oder sogar tausende Menschen im Veränderungsprozess mitzunehmen.

So gesehen ist das dann „Motivieren und Trainieren 4.0“.

Titelfoto: © Vasin Lee/Shutterstock.com

Über den Autor
Christian Müller ist Geschäftsführer und CEO Sales & Solutions. Als Spezialist für Training und Coaching gilt seine Leidenschaft der Unterstützung von Unternehmen bei Veränderungsprozessen im Rahmen der digitalen Transformation.

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